False Friends im Englischen: typische Deutschfehler

“I become a coffee” ist einer der peinlichsten Sätze, die ein Deutscher auf Englisch sagen kann. Denn “become” heißt nicht bekommen, sondern werden. Solche falschen Freunde und typischen Deutschfehler verraten dich sofort. In diesem Artikel lernst du die häufigsten Stolperfallen kennen und wie du sie dauerhaft aus deinem Englisch entfernst.

Warum gerade Deutsche in diese Fallen tappen

Deutsch und Englisch sind eng verwandt. Das hilft beim Wortschatz, schadet aber bei den Ausnahmen. Wörter, die gleich aussehen, haben oft eine andere Bedeutung. Dein Gehirn nimmt die naheliegende Übersetzung, und die ist falsch. Diese Fehler entstehen nicht aus mangelndem Wissen, sondern aus einer trügerischen Ähnlichkeit.

Die klassischen False Friends

Diese Wörter führen am häufigsten in die Irre:

Englisch Bedeutet wirklich Nicht
become werden bekommen (get)
eventually schließlich, letztlich eventuell (possibly)
actually tatsächlich aktuell (currently)
sensible vernünftig sensibel (sensitive)
gift Geschenk Gift (poison)
chef Küchenchef Chef (boss)
rent Miete Rente (pension)
mist Nebel Mist (manure/rubbish)

Besonders tückisch: “actually” und “eventually”

Diese beiden tauchen ständig auf. “Actually” bedeutet in Wahrheit, nicht momentan. Wer sagen will “derzeit arbeite ich”, braucht “currently”. Und “eventually” heißt am Ende, nicht vielleicht. “Eventuell komme ich” ist “I might come”.

Grammatik-Fehler, die typisch deutsch sind

Die Wortstellung nach Zeitangaben

Im Deutschen steht das Verb an zweiter Stelle: “Gestern habe ich gearbeitet.” Übertragen ergibt das “Yesterday worked I”, was falsch ist. Englisch bleibt bei Subjekt vor Verb: “Yesterday I worked.”

“Since” und “for” verwechseln

“Since” nennt einen Startpunkt (since 2019), “for” eine Dauer (for five years). Das deutsche “seit” deckt beides ab und stiftet Verwirrung.

Das falsche Präsens für Zukunft

“I go tomorrow” klingt deutsch gedacht. Englisch nutzt für geplante Zukunft oft “I’m going tomorrow” oder “I will go”.

“Make” und “do”

Deutsch macht alles. Englisch trennt: “do homework”, “do a job”, aber “make a decision”, “make a mistake”. Hier hilft nur, feste Verbindungen als Einheit zu lernen.

Ein Beispiel aus dem Berufsalltag

Thomas schreibt einer Kundin: “I will become the documents tomorrow.” Gemeint war, dass er die Unterlagen erhält. Die Kundin liest, dass er morgen zu den Dokumenten wird. Ein kurzer, aber verräterischer Fehler. Nachdem Thomas sich das Paar become/get einmal bewusst als Merksatz eingeprägt hat, passiert es ihm nicht wieder: “You get something, you become someone.”

Häufige Fehler und wie du sie behebst

  • Wort für Wort übersetzen: Denke in ganzen englischen Wendungen statt in deutschen Bausteinen.
  • False Friends nur lesen: Wer sie nur einmal überfliegt, vergisst sie. Bilde zu jedem einen eigenen Beispielsatz.
  • Die eigenen Fehler nicht kennen: Notiere deine wiederkehrenden Ausrutscher. Meist sind es nur eine Handvoll, die immer wiederkommen.
  • Korrekturen ignorieren: Wenn dich jemand berichtigt, schreibe die richtige Form auf, statt sie nur zu überhören.
  • Zu viel auf einmal: Nimm dir pro Woche fünf Fallen vor, nicht fünfzig.

Deine konkreten nächsten Schritte

  • Lege eine persönliche Liste deiner eigenen wiederkehrenden Fehler an.
  • Lerne pro Woche fünf False Friends mit je einem selbst gebildeten Satz.
  • Merke dir feste Paare: become/get, since/for, make/do.
  • Lass dir bewusst Feedback geben und dokumentiere jede Korrektur.
  • Prüfe wichtige Texte gezielt auf deine Top-Fehler, bevor du sie abschickst.

Fazit

False Friends und Deutschfehler sind kein Zeichen von Unwissen, sondern von Nähe der beiden Sprachen. Wer seine eigenen Fallen kennt, schaltet sie gezielt aus. Starte heute mit deiner persönlichen Fehlerliste und den fünf häufigsten falschen Freunden.

Häufige Fragen

Wie viele False Friends gibt es überhaupt?

Es gibt einige Hundert, doch nur rund zwanzig bis dreißig tauchen im Alltag ständig auf. Auf diese lohnt es sich, sich zuerst zu konzentrieren.

Verschwinden diese Fehler irgendwann von allein?

Teilweise, aber die hartnäckigsten bleiben ohne bewusste Korrektur oft jahrelang. Aktives Notieren beschleunigt das Ablegen deutlich.

Ist “handy” für Mobiltelefon so ein Fehler?

Ja. “Handy” ist im Englischen ein Adjektiv für praktisch. Das Mobiltelefon heißt “mobile phone” oder “cell phone”.

Woran erkenne ich meine eigenen Deutschfehler?

Achte auf Momente, in denen Muttersprachler kurz stutzen oder nachfragen. Diese Reaktionen markieren oft genau deine typischen Stolperstellen.

Quellen

Cambridge Dictionary (Bedeutungs- und Verwendungsangaben), British Council LearnEnglish (Grammatik- und Wortschatzhinweise).