Modalverben wie can, must oder should gehören zu den nützlichsten Werkzeugen im Englischen. Mit ihnen drückst du Fähigkeit, Erlaubnis, Pflicht und Rat aus, und das mit sehr wenig Aufwand. Gleichzeitig verhalten sie sich grammatisch anders als normale Verben. Wer ihre Eigenheiten kennt, vermeidet die häufigsten Stolperfallen und wirkt beim Sprechen deutlich sicherer.
Die Grundregeln aller Modalverben
Modalverben folgen drei einfachen Prinzipien, die für alle gelten. Wenn du sie verinnerlichst, machst du bereits die Hälfte der typischen Fehler nicht mehr.
- Nach dem Modalverb steht immer die Grundform ohne to: She can swim, nicht She can to swim.
- In der dritten Person Singular gibt es kein angehängtes s: He can, nicht He cans.
- Fragen und Verneinungen bildest du ohne do: Can you help? und You cannot go.
Fähigkeit und Erlaubnis: can, could, may
can drückt Fähigkeit und, umgangssprachlich, Erlaubnis aus. could ist die Vergangenheitsform, dient aber auch der höflichen Bitte.
- I can speak three languages. (Fähigkeit)
- Could you pass the salt, please? (höfliche Bitte)
- May I come in? (formelle Erlaubnis)
Für Verhandlungen im Beruf oder gegenüber Fremden wirken could und may höflicher als das direkte can.
Pflicht und Notwendigkeit: must, have to, should
Bei Pflichten lohnt sich ein genauer Blick, denn hier gibt es feine Unterschiede in der Bedeutung.
- must: eine starke, oft innere Verpflichtung. I must finish this today.
- have to: eine Pflicht durch äußere Umstände. I have to wear a uniform at work.
- should: ein Rat oder eine Empfehlung. You should see a doctor.
Besonders wichtig ist die Verneinung. mustn’t bedeutet ein Verbot (You mustn’t smoke here), während don’t have to lediglich meint, dass etwas nicht nötig ist (You don’t have to come). Diese beiden zu verwechseln führt zu echten Missverständnissen.
Vermutungen ausdrücken: might, may, must
Modalverben zeigen auch, wie sicher du dir bist. Von der bloßen Möglichkeit bis zur festen Überzeugung gibt es eine ganze Skala.
- It might rain later. (unsicher, vielleicht)
- She may be at home. (möglich)
- He must be tired after that trip. (logische Schlussfolgerung, ziemlich sicher)
Typische Fehler, die du vermeiden solltest
- to nach dem Modalverb: Falsch ist I can to help, richtig ist I can help.
- s in der dritten Person: She musts gibt es nicht.
- mustn’t und don’t have to verwechseln: Das eine verbietet, das andere befreit von der Pflicht.
- Modalverb in der Zukunft doppeln: will can geht nicht; nutze will be able to.
- could nur als Vergangenheit sehen: Es dient auch der Gegenwart als höfliche Form.
So setzt du Modalverben natürlich ein
Übe Modalverben in kleinen realen Situationen. Formuliere höfliche Bitten für den Restaurantbesuch, gib einem Freund Ratschläge mit should und beschreibe deine Pflichten im Alltag mit have to. Weil dieselbe Situation oft mehrere Modalverben zulässt, lernst du dabei ganz nebenbei die feinen Bedeutungsunterschiede. Sprich die Sätze laut, dann prägt sich die richtige Form über den Klang ein.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen must und have to?
must betont eine innere oder dringende Verpflichtung, have to eine von außen auferlegte. In der Vergangenheit nutzt man ohnehin nur had to.
Wie drücke ich Modalverben in der Zukunft aus?
Da man Modalverben nicht koppeln kann, nutzt du Umschreibungen: will be able to für can und will have to für must.
Ist can oder could höflicher?
could gilt als höflicher und distanzierter. Für Bitten gegenüber Fremden oder im Beruf ist could daher meist die bessere Wahl.
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